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Historisches Pfeilmaterial

original mandschurische Pfeile, 19. Jh. - mit freundlicher Genehmigung des Dt. Bogenmuseums / Sammlung H. Wiethase

Die Verwendung langer Pfeile war dem langen Auszug der Bogen geschuldet, welche erst bei Erreichen desselben ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten konnten ("Goldene Regel der Mechanik").

Das höhere Pfeilgewicht - resultierend aus der Verwendung relativ schwerer Hölzer, Pfeildurchmesser bis zu einem halben Zoll und schwerer, meist in Schaftdornvariante ausgeführter Spitzen  - trug der ursprünglichen Verwendung – Jagd auf Großwild auf relativ kurze Entfernungen bzw. Durchdringung von schweren Rüstungen im Krieg - sowie der daraus folgenden Bogenkonstruktion nebst derer Auswirkungen in Form einer nahezu explosionsartigen Energieübertragung auf den Pfeil Rechnung.

original mandschurische Pfeile, Spitzensektion, 19. Jh. - mit freundlicher Genehmigung des Dt. Bogenmuseums / Sammlung H. Wiethase

Zu leichte Pfeile hätten keine ausreichende Penetrationswirkung gehabt, den beim Abschuss auftretenden Belastungen nicht standgehalten und für den Bogen zudem die Gefahr eines "Leerschusses“ in sich geborgen.

Vorteilhafter Nebeneffekt des höheren Pfeilgewichts war eine Reduktion des Handschocks des Bogens durch Absorption.

Befiedert wurden die Pfeile mit meist über zehn Zoll langen, in gestreckter Parabolform ausgeführten Federn. Dieses half, den bogenbauartbedingt auf den ersten Metern selbst bei sauberem Lösen des Pfeiles etwas unruhigen Pfeilflug schneller zu stabilisieren und somit die Treffsicherheit zu erhöhen.

Diesem Ziel dienten auch die oft anzutreffenden, konisch/tailliert ausgeschliffenen und durch Sehnenwicklungen oder Bezug mit verschiedenen Lederarten verstärkten, im Nockschlitz meist auch noch lackierte Selfnocken.

original mandschurische Pfeile, Nock- und Befiederungssektion, 19. Jh. - mit freundlicher Genehmigung des Dt. Bogenmuseums / Sammlung H. Wiethase

Eine asymmetrische Barrelung der Schäfte optimierte letztlich die Flugeigenschaften der Geschosse.