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Processorientierung

Bogenschießen bezeichnet nichts anderes als den Vorgang, einen Pfeil mittels eines Bogens und einer Sehne von einem Ort zu einem anderen zu transportieren.

Dieses lässt sich erfahrungsgemäß erheblich erfolgreicher realisieren, wenn im Zuge dessen nicht das Ziel in den Mittelpunkt der Konzentration des Schützen gestellt wird, sondern der dazu führende, meist als „Schußablauf“ im sogenannten "Positions- und Bewegungsphasenmodell" bezeichnete Process.

Man spricht daher von einer Processorientierung des Schießens, um zum Ziel zu gelangen.

Die aus der Focussierung auf den Process resultierende, singuläre Konzentration auf die korrekte Ausführung des Vorganges und seiner Einzelschritte selbst eliminiert größtenteils äußere Störfaktoren oder die Angst, das Ziel nicht erreichen zu können:

Dem Schützen wird dadurch die Möglichkeit genommen, sich auf etwas anderes, als auf den jeweiligen Vorgang konzentrieren zu können.

Auf diesem Weg kann die oft gefürchtete „Targetpanic“ eliminiert oder auf ein sehr enges Zeitfenster minimiert werden.

Umgebungskonstellationen, die bei anderer Betrachtungsweise als „problematisch“ angesehen werden, können durch einen im Zuge des Processablaufes erfolgenden „Tunnelblick“ im Bewusstsein darauf ausgeblendet werden, dass sie bei korrektem Ablauf des Vorganges keine Probleme darstellen.

Insbesondere lassen sich auf diese Weise, etwa bei Schüssen im Gelände, diffiziele Konstellationen wie zum Beispiel die Lage des Zieles in Schussfenstern zwischen Bäumen oder Sträuchern etc. größtenteils entschärfen.

Diese Sichtweise entspricht auch der - zwar oft floskelhaft zitierten, jedoch weit weniger verstandenen - Erkenntnis, dass "der Weg das Ziel" sei.

Da den meisten Personen eine derartige Betrachtung schwer fällt, wird der Vorgang des „Gehens des Weges“ in Zwischenschritte (Positions- und Bewegungsphasen) unterteilt, welche bewusst nacheinander absolviert werden müssen. Späterhinan werden jene zwar „zusammengezogen“, jedoch bleibt es auch dann bei der Konzentration auf einen bewussten Vollzug - selbst wenn dabei die einzelnen Schritte nicht mehr gesondert angesprochen und der Focus nur noch auf einzelne, wenige Aspekte gerichtet wird.

Auf diese Zwischenschritte sowie mit diesen in Zusammenhang stehende Aspekte soll im Folgenden kursorisch eingegangen werden. Dabei sollte eine vollständige „Anleitung eines Schußablaufs“ weder erwartet werden, noch ist sie beabsichtigt.

Im Hinblick auf das zur Trainingsphilosophie Gesagte sei darauf hingewiesen, dass erst ein bedingungsloses Erlernen und Befolgen des Schußablaufs, ein Repetieren desselben derart lang, bis er nahezu „im Schlaf“ beherrscht wird, hier zum Erfolg führen wird.

Ein, aus Faulheit, Langeweile oder schlichtweg Überdruss eines stetigen Übens erfolgender Abbruch dessen oder eine Modifikation hin zur „Findung des eigenen Stiles“ bevor ein fehlerfreies, nahezu automatisiertes Handeln vorliegt, führt zu nur rudimentären Kenntnissen und Fähigkeiten, die nicht dazu geeignet sind, auf die Dauer erfolgreich sein zu können.